Mantrailing

Mantrailing Infos, Tipps und Diskussionen rund ums Mantrailing.

🎙️ Neue Podcast-FolgeMythos 1: Der Car Trail – Zwischen Erfahrung, Physik und WirklichkeitKönnen Hunde tatsächlich einer...
18/06/2026

🎙️ Neue Podcast-Folge

Mythos 1: Der Car Trail – Zwischen Erfahrung, Physik und Wirklichkeit

Können Hunde tatsächlich einer Person folgen, nachdem diese in ein Auto gestiegen ist?

Der sogenannte Car Trail gehört zu den bekanntesten und zugleich umstrittensten Themen im Mantrailing. In dieser Folge spreche ich über mehr als 20 Jahre eigene Erfahrungen, reale Einsätze, aktuelle Versuchsreihen der ARGE Odorologie und die Frage, was Hunde tatsächlich leisten – und wo außergewöhnliche Behauptungen außergewöhnliche Belege brauchen.

Eine Folge über Geruch, Wissenschaft, kritisches Denken und die Verantwortung, die wir gegenüber Angehörigen und Einsatzkräften tragen.

🎧 Jetzt überall, wo es Podcasts gibt.

https://open.spotify.com/episode/1COuPloGqmtrsqnWHRIjAR?si=SLpSb98vQ9-JhUv1X1yltQ

Die Antwort auf alles ist Geruch! · Episode

AUSGEBUCHT!!!
17/06/2026

AUSGEBUCHT!!!

Wenn Mythen vor Gericht landenIn einem aktuellen Artikel der Süddeutschen Zeitung wird über die Ermittlungen gegen die M...
16/06/2026

Wenn Mythen vor Gericht landen

In einem aktuellen Artikel der Süddeutschen Zeitung wird über die Ermittlungen gegen die Mantrailing-Hundeführerin Andrea von Buddenbrock berichtet. Interessant ist dabei weniger der Einzelfall selbst, sondern die grundsätzliche Diskussion, die dahintersteht: Welche Leistungen von Suchhunden sind wissenschaftlich belegt, wo beginnen Interpretationen, und wie kritisch sollten Gerichte und Staatsanwaltschaften solche Methoden betrachten?

Langsam greifen auch Staatsanwaltschaften und Gerichte einige der großen Mythen rund um das Mantrailing nicht mehr einfach ungeprüft auf. Was früher teilweise als beeindruckende Fähigkeit von Suchhunden akzeptiert wurde, wird heute zunehmend hinterfragt. Genau darum geht es in diesem Artikel: um die Frage, was Mantrailing tatsächlich leisten kann, wo seine Grenzen liegen und wie viel davon auf überprüfbaren Fakten basiert.

Im Mittelpunkt steht die bekannte Mantrailing-Hundeführerin Andrea von Buddenbrock aus Nordrhein-Westfalen. Sie arbeitete über mehr als 20 Jahre mit Staatsanwaltschaften und Mordkommissionen zusammen und wurde bei zahlreichen Tötungsdelikten, Vermisstenfällen und anderen schweren Straftaten eingesetzt. Ihre Hunde sollten anhand von Geruchsspuren Bewegungsprofile von Tätern oder Opfern nachvollziehen.

Im Dezember 2025 wurde ihr Haus von der Polizei durchsucht. Gegen sie ermittelt inzwischen die Staatsanwaltschaft Essen wegen des Verdachts des Betrugs. Der Vorwurf lautet nicht, dass sie einzelne Ergebnisse manipuliert habe, sondern dass sie möglicherweise eine Leistung angeboten und abgerechnet habe, die wissenschaftlich betrachtet überhaupt nicht erbracht werden kann.

Der zentrale Streitpunkt betrifft die Frage, ob Hunde tatsächlich in der Lage sind, sehr alte menschliche Geruchsspuren über Tage, Wochen oder sogar noch längere Zeiträume hinweg zuverlässig zu verfolgen. Genau diese Behauptungen werden inzwischen von mehreren Wissenschaftlern massiv angezweifelt.

Besonders deutlich äußert sich der Umweltchemiker Kai-Uwe Goss von der Universität Halle. Er hält viele der behaupteten Leistungen für wissenschaftlich nicht plausibel. Seiner Ansicht nach werden Hunden teilweise Fähigkeiten zugeschrieben, für die es keine belastbaren Belege gibt. Er warnt davor, dass Ermittlungen dadurch in die falsche Richtung gelenkt werden könnten und Unschuldige unter Verdacht geraten.

Als Beispiel nennt der Artikel einen Test mit etwa 70 Rettungshunden, bei dem angeblich kein einziger Hund eine frische Spur erfolgreich zum Ziel verfolgt habe. Goss sieht deshalb die Gefahr, dass viele Erfolge eher auf Zufällen, unbewusster Beeinflussung durch Menschen oder Interpretationen der Hundeführer beruhen als auf einer tatsächlichen Geruchsverfolgung.

Der Artikel greift damit indirekt genau jene Themen auf, die in der Suchhundeszene seit Jahren diskutiert werden:

* Einfluss des Hundeführers
* Kluger-Hans-Effekt
* Fehlende Doppelblind-Tests
* Mangelnde wissenschaftliche Standardisierung
* Behauptungen über extrem alte Spuren
* Vermischung von Erfahrung und Beweis

Gleichzeitig zeigt der Artikel aber auch die andere Seite.

Mehrere ehemalige Staatsanwälte und Mordermittler verteidigen Buddenbrock ausdrücklich. Sie berichten von zahlreichen Fällen, in denen ihre Hunde neue Ermittlungsansätze geliefert oder bestehende Verdachtsmomente bestätigt hätten. Niemand habe die Hunde jemals als Beweis betrachtet, sondern lediglich als Ermittlungswerkzeug.

Mehrere Ermittler sagen sogar offen, dass sie sich nicht betrogen fühlen und die Vorwürfe gegen Buddenbrock nicht nachvollziehen können. Manche bezeichnen die Betrugsermittlungen als völlig überraschend.

Wichtig ist dabei: Auch Buddenbrock selbst behauptet nicht, dass Mantrailing Beweise liefern könne. Im Artikel sagt sie ausdrücklich, dass es in Deutschland keine sogenannte „Dog Evidence“ gibt und dass dies ihrer Meinung nach auch so bleiben sollte. Für sie liefern Hunde Hinweise, keine Beweise.

Der eigentliche Kern des Artikels ist deshalb weniger die Person Andrea von Buddenbrock als vielmehr ein grundlegender Konflikt:

Wie viel Vertrauen darf man den Fähigkeiten von Suchhunden schenken, wenn die wissenschaftliche Grundlage vieler Behauptungen noch immer lückenhaft ist?

Der Artikel zeigt sehr deutlich, dass sich die Diskussion verschiebt. Während früher spektakuläre Einzelfälle oft als Beleg für die Leistungsfähigkeit von Mantrailing-Hunden galten, verlangen Wissenschaftler, Gerichte und zunehmend auch Ermittlungsbehörden heute belastbare Nachweise, reproduzierbare Tests und eine saubere wissenschaftliche Überprüfung.

Für die Mantrailing-Szene ist das vermutlich der interessanteste Teil der Geschichte:

Nicht die Frage, ob Hunde riechen können. Daran zweifelt niemand.

Sondern die Frage, welche Schlussfolgerungen Menschen aus dem Verhalten ihrer Hunde ziehen dürfen – und welche nicht.

Genau dort verläuft heute die eigentliche Grenze zwischen Erfahrung, Überzeugung und Wissenschaft. Und genau dort werden viele der großen Mythen der vergangenen Jahre zunehmend kritisch hinterfragt.

Unabhängig davon, wie das Verfahren ausgeht, zeigt der Fall vor allem eines: Die Diskussion über die tatsächlichen Möglichkeiten und Grenzen des Mantrailings wird zunehmend wissenschaftlich geführt. Und das halte ich grundsätzlich für eine positive Entwicklung.

Jahrzehntelang hatte sie mit ihren Hunden Tatorte gefunden, Täter und Opfer, wie genau, das fragt sich nun offenbar die Staatsanwaltschaft Essen. Genau die Staatsanwaltschaft also, mit der Buddenbrock am häufigsten zusammengearbeitet hat.

Gegen Buddenbrock ermittelt die Abteilung für Betrugsdelikte.

Zusammengearbeitet hat sie mit der Abteilung für Mordfälle. Sie schätzt, dass sie für diese 150 bis 200 Mal ihre Hunde losgeschickt hat. Sie sagt: „Ich kämpfe hier auch um meinen guten Ruf.“

In diesem Kriminalfall, in dem sie selbst die Beschuldigte ist, geht es aber auch darum, was Menschen im Hund sehen: einen treuen Begleiter, der menschlichen Ermittlern in manchen Dingen weit überlegen ist? Oder ein Tier, dem Menschen Fähigkeiten zuschreiben, die es vielleicht gar nicht hat?

Die ganze Reportage lest ihr mit SZ Plus über den Link:

https://www.sz.de/projekte/artikel/panorama/e912308?utm_content=hundefuehrerin_e912308&utm_medium=organic_content&utm_source=facebook&utm_campaign=op_social

Die Mythen im ÜberblickMittlerweile sind im WhatsApp Kanal bereits über 50 Mantrailing-Mythen erschienen.Da immer wieder...
15/06/2026

Die Mythen im Überblick

Mittlerweile sind im WhatsApp Kanal bereits über 50 Mantrailing-Mythen erschienen.

Da immer wieder neue Leser dazukommen, gehen ältere Beiträge verständlicherweise oft unter. Deshalb hier einmal eine Übersicht über alle bisherigen Themen.

Wenn Dich einer dieser Mythen besonders interessiert und Du den Beitrag gerne nachlesen möchtest, schicke mir einfach eine WhatsApp-Nachricht an:

📱 +43 680 232 27 27

Ich sende Dir den entsprechenden Link gerne zu.

Und natürlich freue ich mich auch über neue Ideen und Anregungen für weitere Mythen.

Bisher erschienen sind:
Definition Doppelblind - Kluger Hans
1 - Car Trail
2 - Alte Trails
3 - Die schwere Spur
4 - Brachycephale Rassen
5 - Gute Trainer
6 - der Trainer bleibt immer der Beste
7 - unterschiedliche Philosophien
8 - Können Hunde DNA riechen
9 - Niedrige Erfolgsquote im Einsatz
10 - ein guter Hund reicht im Einsatz (keine HiOrg)
11 - doppelblind macht den Hund kaputt
12 - zu früh ist ungesund
13 - Opferbindung
14 - wenig Erfahrung, viel Meinung
15 - Mantrailing und Jagdtrieb
16 - Spurtreue
17 - Trailen bei tiefen Temperaturen
18 - Trailen nur mit tiefer Nase
19 - Trailen durch Wasser
20 - Pettrailing
21 - mehrfach anriechen am Trail
22 - trailen ohne Motivation
23 - keine Anzeige, kein Erfolg
24 - Praxis reicht völlig aus
25 - Der Trailer kann alles
26 - Kleine Hunde können das nicht
27 - Trails rückwärts laufen
28 - Spezialisierung
29 - keine Fehler im Training
30 - Erfahrung schützt vor Fehlern
31 - Abbruch bedeutet Versagen
32 - alle laufen den gleichen Trail
33 - mehr Trainer, mehr Erfolg
34 - Prüfung bedeutet einsatzfähig
35 - gute Prüfung bedeutet gute Qualität
36 - schneller Hund ist guter Hund
37 - Talent ersetzt Training
38 - Fund im Einsatz - für immer perfekt
39 - kein Fund im Einsatz bedeutet Versagen
40 - viel Training hilft viel
41 - Pausen werden überbewertet
42 - Hündin und Hormone
43 - Mantrailing Studie
44 - Rüde und Hormone
45 - Training schlägt Biologie?
46 - Kastrierte Rüden sind konzentrierter
47 - Kastrierte Hündinnen arbeiten besser
48 - der Hund sucht den stärksten Geruch
49 - Frischer Geruch ist immer leichter
50 - Trailen in Wasserumgebung
51 - Geruch ist alles / Multisensorik
52 - Der Hund kann Gefühle lesen
53 - Dopamin schlägt alles
54 - nur eindeutig ist gut
55 - pendeln bedeutet Unsicherheit
56 - der Hund muss das alleine lösen

‎Folge dem Kanal Mantrailing, Hundenase und mehr auf WhatsApp: https://whatsapp.com/channel/0029Va8XrDXGZNCjxLRYn908

Viele liebe Grüße,
karina

𝐍𝐞𝐮𝐞 𝐏𝐨𝐝𝐜𝐚𝐬𝐭-𝐅𝐨𝐥𝐠𝐞: 𝐒𝐭𝐫𝐚𝐟𝐞 𝐚𝐦 𝐓𝐫𝐚𝐢𝐥? 𝐃𝐚𝐧𝐤𝐞. 𝐍𝐞𝐢𝐧.Bevor ich in den nächsten Folgen tief in die Welt der Mythen rund um Ge...
11/06/2026

𝐍𝐞𝐮𝐞 𝐏𝐨𝐝𝐜𝐚𝐬𝐭-𝐅𝐨𝐥𝐠𝐞:
𝐒𝐭𝐫𝐚𝐟𝐞 𝐚𝐦 𝐓𝐫𝐚𝐢𝐥? 𝐃𝐚𝐧𝐤𝐞. 𝐍𝐞𝐢𝐧.

Bevor ich in den nächsten Folgen tief in die Welt der Mythen rund um Geruch, Hunde und Sucharbeit eintauche, möchte ich über ein Thema sprechen, das mich seit vielen Jahren beschäftigt.

Ich beobachte derzeit mit Sorge, dass Strafe, Schreckreize und Einschüchterung in manchen Bereichen der Hundeausbildung wieder zunehmend als sinnvolle Trainingswerkzeuge dargestellt werden. Auch im Mantrailing.

Genau deshalb wollte ich dieser Frage eine eigene Folge widmen.

Was lernt ein Hund eigentlich, wenn wir ihn erschrecken?

Warum wird Unkonzentriertheit so oft mit Ungehorsam verwechselt?

Und weshalb glaube ich heute mehr denn je, dass gute Nasenarbeit nicht mit Kontrolle beginnt, sondern mit Vertrauen?

In dieser Folge spreche ich auch über einen Fehler, den ich selbst vor vielen Jahren gemacht habe und der mich bis heute beschäftigt.

Vielleicht ist diese Folge deshalb persönlicher geworden als viele andere.

🎧 Zu hören auf Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music, Deezer und vielen weiteren Plattformen.

Und wie immer interessiert mich Eure Meinung:

𝗪𝗼 𝗹𝗶𝗲𝗴𝘁 𝗳ü𝗿 𝗘𝘂𝗰𝗵 𝗱𝗶𝗲 𝗚𝗿𝗲𝗻𝘇𝗲 𝘇𝘄𝗶𝘀𝗰𝗵𝗲𝗻 𝗔𝘂𝘀𝗯𝗶𝗹𝗱𝘂𝗻𝗴 𝘂𝗻𝗱 𝗦𝘁𝗿𝗮𝗳𝗲?

https://open.spotify.com/episode/48iIwEynHximg8WiFfP91W?si=p48YHJVTTa-7MIEydO5oLg

Die Antwort auf alles ist Geruch! · Episode

Die Mythen bekommen eine StimmeViele von Euch begleiten meine Mythen-Reihe im WhatsApp Kanal bereits seit langer Zeit. I...
04/06/2026

Die Mythen bekommen eine Stimme

Viele von Euch begleiten meine Mythen-Reihe im WhatsApp Kanal bereits seit langer Zeit. Inzwischen sind daraus zahlreiche Beiträge geworden – und gleichzeitig noch viel mehr Fragen entstanden.

Genau deshalb habe ich den Podcast „Die Antwort auf alles ist Geruch“ gestartet.

Dort werde ich die Mythen von Anfang an neu aufarbeiten. Nicht einfach als vorgelesene Version der Texte aus dem WhatsApp-Kanal, sondern ergänzt um meine persönlichen Gedanken, Erfahrungen aus über 20 Jahren Suchhundearbeit und die Geschichten hinter manchen Überzeugungen.

Natürlich wird es auch um viele weitere Themen gehen: Geruch, Hundenasen, Wissenschaft, Wahrnehmung, Verhalten, spannende Studien und die Fragen, auf die wir bis heute keine endgültigen Antworten haben.

Der Podcast ist weit von Perfektion entfernt – aber ich hoffe, Ihr habt trotzdem Lust, einmal reinzuhören.

Und noch mehr hoffe ich, dass Ihr mir anschließend Eure Meinung dazu sagt. Was gefällt Euch? Was nicht? Welche Themen interessieren Euch besonders?

🎙️ Die Antwort auf alles ist Geruch

Zu hören auf:
🎧 Spotify
🎧 Apple Podcasts
🎧 Deezer
🎧 Amazon Music

Ich freue mich auf Euer Feedback – und auf viele weitere Fragen.

Der WhatsApp Kanal:
https://whatsapp.com/channel/0029Va8XrDXGZNCjxLRYn908

Der Podcast:
https://open.spotify.com/show/033s2I9xiUd8jbbMX1XKnv?si=yhRnXpM5QCSVI-jfXE5iGg

30/05/2026

Wenn Hunde sprechen könnten, welche unserer Trainingsregeln würden sie wohl am seltsamsten finden?

„Du darfst schnüffeln – aber jetzt nicht.“
„Du sollst selbstständig arbeiten – aber bitte genau so, wie ich es mir vorstelle.“
„Du sollst Entscheidungen treffen – aber nur die richtigen.“

Vielleicht lohnt es sich manchmal, unsere Arbeit nicht nur durch menschliche Augen zu betrachten, sondern auch durch eine Hundenase.

Genau solche Perspektivwechsel haben auch meine Mythos-Reihe entstehen lassen.
Und anfangs dachte ich, dass die Themen bald erschöpft wären.
Das Gegenteil ist passiert!
Mit jedem Mythos kommen neue Fragen, neue Ideen und neue Denkanstöße dazu.

Deshalb danke an alle, die hier auf Facebook und auf meinem WhatsApp-Kanal mitlesen, mitdenken und mir immer wieder neue Themen liefern.

Deshalb freue ich mich weiterhin über Eure Fragen, Beobachtungen und Themenvorschläge. Vielleicht entsteht daraus der nächste Mythos.

Den WhatsApp Kanal findet Ihr hier:
‎Folge dem Kanal Mantrailing, Hundenase und mehr auf WhatsApp: https://whatsapp.com/channel/0029Va8XrDXGZNCjxLRYn908

Infos, Tipps und Diskussionen rund ums Mantrailing.

11/05/2026

Wenn Doppelblind plötzlich alles verändert – eine neue Studie stellt Mantrailing auf die Probe

Die neue Studie von Volmary et al. (2026) sorgt derzeit international für intensive Diskussionen in der Mantrailing-Szene, weil sie eine Frage untersucht, die viele Trainer und Hundeführer seit Jahren beschäftigt: Können Mantrailing-Hunde unter streng kontrollierten Doppelblindbedingungen tatsächlich zuverlässig den richtigen Individualgeruch verfolgen und die Zielperson identifizieren? Genau diese Fragestellung wurde in der Arbeit wissenschaftlich überprüft.

Die Forscher arbeiteten dabei mit einem Doppelblind-Design. Weder die Hundeführer noch die Versuchsleiter wussten, wo sich die Zielperson befand oder welcher Trail korrekt war. Ziel war es, unbewusste Einflussnahme, Erwartungshaltungen und sogenannte Kluge-Hans-Effekte möglichst auszuschließen. Gleichzeitig wurden die Hunde mit sogenannten „Matching-to-Sample“-Aufgaben konfrontiert. Dabei erhält der Hund zunächst einen Geruchsartikel und soll anschließend genau den dazugehörigen Trail identifizieren und verfolgen. Genau dieser Punkt gilt in der Geruchsforschung als besonders anspruchsvoll, weil hier nicht einfach irgendeinem menschlichen Geruch gefolgt werden darf, sondern exakt dem Individualgeruch der Zielperson.

Die Studie bestand aus mehreren Versuchsanordnungen. Im sogenannten „Single-Trail-Test“ sollte der Hund anhand eines Geruchsartikels den richtigen Trail aufnehmen und die Zielperson finden. Die Ergebnisse fielen überraschend niedrig aus. Die Hunde orientierten sich nur in etwa 28 % der Durchgänge eindeutig korrekt zum Zieltrail. Tatsächlich erfolgreich gefunden wurde die richtige Zielperson lediglich in ungefähr 15 % der Tests. In einem zweiten, noch schwierigeren Versuchsaufbau – dem „Scent-Discrimination-Test“ – mussten die Hunde zwischen mehreren möglichen Trails unterscheiden oder teilweise sogar erkennen, dass kein passender Trail vorhanden war. Hier lagen die korrekten Entscheidungen nur bei etwa 18 %, während rund 82 % der Entscheidungen falsch waren. Die tatsächliche Zielperson wurde sogar nur in etwa 9 % der Durchgänge korrekt lokalisiert.

Diese Zahlen wirken auf viele erfahrene Mantrailer zunächst schockierend. Schnell entsteht die provokante Frage, ob Mantrailing überhaupt funktioniert. Genau hier ist jedoch Vorsicht wichtig. Die Studie beweist nicht, dass Hunde grundsätzlich nicht trailen können. Sie zeigt vielmehr, dass die getesteten Hunde unter diesen spezifischen Versuchsbedingungen keine stabile diskriminative Leistung über Zufallsniveau zeigen konnten. Das ist ein entscheidender Unterschied.

Gerade deshalb wird aktuell intensiv diskutiert, wie aussagekräftig die Ergebnisse tatsächlich sind. Ein zentraler Kritikpunkt betrifft den Ausbildungsstand der getesteten Hunde. Denn wenn Hunde nie gelernt haben, Geruchsartikel sauber auszuwerten, Verleitspuren aktiv auszuschließen oder unter echten Doppelblindbedingungen zu arbeiten, dann testet die Studie möglicherweise weniger die Fähigkeiten der Hunde selbst als vielmehr die Qualität des Trainingssystems. Genau hier liegt vermutlich einer der wichtigsten Beiträge dieser Arbeit: Sie zwingt die Szene dazu, sich kritisch mit den eigenen Trainingsmethoden auseinanderzusetzen.

Besonders interessant ist dabei die Frage, was viele Hunde im Training tatsächlich lernen. Zahlreiche Systeme bestätigen Hunde möglicherweise unbewusst bereits dann, wenn sie irgendeinem menschlichen Geruch folgen oder sich allgemein „suchend“ verhalten. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass der Hund wirklich exakt den Geruch der Zielperson diskriminiert. Genau diese Differenz versucht die Studie sichtbar zu machen. Damit greift sie zentrale Themen auf, die in der Geruchsforschung und auch praktisch im Einsatzbereich seit Jahren diskutiert werden: Kluge-Hans-Effekte, Hundeführereinfluss, Erwartungshaltung, Geruchsdiskriminierung und die Bedeutung von Doppelblindtraining.

Hinzu kommt, dass Doppelblindarbeit für viele Teams eine enorme Veränderung darstellt. Sobald der Hundeführer keine Informationen mehr hat, verschwinden oft unbewusste Hilfen wie Körperspannung, Bewegungsrichtung, Timing oder minimale Leinenimpulse. Manche Trainingssysteme brechen unter solchen Bedingungen regelrecht zusammen. Genau deshalb sehen viele Wissenschaftler Doppelblindtraining als eine der wichtigsten Möglichkeiten, die tatsächliche Leistung eines Teams objektiv zu überprüfen.

Trotz aller Kritik ist die Studie wissenschaftlich ausgesprochen wertvoll. Sie liefert keinen endgültigen Beweis gegen Mantrailing, sondern wirkt vielmehr wie ein Belastungstest für Trainingsqualität, Methodik und wissenschaftliche Ehrlichkeit. Sie zwingt die Szene dazu, unangenehme Fragen zu stellen: Folgen Hunde wirklich Individualgeruch? Wie stark beeinflussen wir unsere Hunde unbewusst? Wie belastbar sind unsere Trainingsbestätigungen? Und wie objektiv können reale Einsätze tatsächlich bewertet werden?

Gerade weil die Ergebnisse unbequem sind, dürfte die Studie in Zukunft eine große Rolle in der wissenschaftlichen Diskussion rund um Mantrailing, Geruchsdiskriminierung und Suchhundearbeit spielen.

Freie Plätze bei SeminarenIch möchte Euch ein paar Infos zum Seminarablauf und meiner Philosophie mitgeben: Meine Semina...
10/05/2026

Freie Plätze bei Seminaren

Ich möchte Euch ein paar Infos zum Seminarablauf und meiner Philosophie mitgeben:

Meine Seminare laufen meist von Freitag Nachmittag bis Sonntag und sind Praxisseminare rund um die Arbeit am Trail. Theorie, wissenschaftliche Hintergründe und individuelle Fragen besprechen wir direkt während der gemeinsamen Arbeit.

Die Intensivwoche in Wien ist etwas anders aufgebaut: dort arbeiten wir drei Tage gemeinsam, machen einen Pausentag und arbeiten anschließend nochmals drei Tage weiter.

Mir ist wichtig, jedes Team dort abzuholen, wo es gerade steht – egal ob Hobby- oder Einsatztrailer, Anfänger oder Fortgeschrittene. Jeder Hund und jedes Team verdient ein faires, individuelles und bestmögliches Training.

Ich möchte keine Teams „umformen“, sondern dabei unterstützen, ihren eigenen Weg zu finden. Natürlich gebe ich neue Impulse, Denkanstöße und praktische Tipps mit – aber wenn ein System fair ist und für Mensch und Hund gut funktioniert, dann muss es nicht verändert werden. Ganz nach dem Motto: „Never change a running system.“

Ich arbeite positiv und lege großen Wert auf partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem Hund. Wir möchten motivierte Hunde, die mit Freude selbständig arbeiten – keine Maschinen.

Während ein Hund arbeitet, warten die anderen Hunde im Auto. Die Hunde sollten daher entspannt im Fahrzeug warten können.

Und vielleicht das Wichtigste: ich freue mich über jedes Team – unabhängig von Rasse, Alter oder Trainingsstand. Hauptsache Mensch und Hund haben gemeinsam eine gute Zeit und wachsen als Team zusammen.

Bei Interesse melde Dich gerne unter:
[email protected]

Adresse

Wien
1220

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