31/05/2026
Manchmal beginnt der Frühling unter der Erde.
Beelitzer Spargel, gegart in seinem eigenen Saft, anschließend in der Pfanne geröstet – eine Behandlung, die ihn nicht verändert, sondern verdichtet. Daneben ein Salat aus mehreren Texturen desselben Gedankens: roh, laktofermentiert, eingelegt. Eine weiße Erdbeere bringt einen verhaltenen, fast unreifen Klang hinein, Kürbiskerne und Pilze setzen den Boden.
Vier Wochen gereifte Kalbshüfte, in Shio Koji gebeizt, gibt dem Gericht seinen Halt. Eine Vinaigrette aus Brandenburger Blauschimmel führt das Salzige weiter, ein selbstgemachter Spargelessig zieht eine feine Linie zurück zum Anfang.
Darüber ein Schaum aus frischer Nussbutter und Ochsengarum, eine Schnittlauch-Emulsion, Gartenkräuter.
Eine Komposition über Geduld, Tiefe und das, was zwischen Acker und Garten geschieht.
📸: @steffensinzinger