17/03/2026
Offene Kellerschächte sind eine der tödlichsten und unsichtbarsten Fallen für Wildtiere in Deutschland. Jedes Jahr sterben Zehntausende Amphibien, Igel, Mäuse, Spitzmäuse und Laufkäfer in Lichtschächten und Kellerfensterschächten, aus denen sie nicht mehr herausklettern können.
WARUM DER KELLERSCHACHT ZUR MASSENFALLE WIRD:
Erdkröten und Grasfrösche wandern im Frühjahr nachts über Gärten und Gehwege zu ihren Laichgewässern. Ihr Orientierungssinn führt sie geradeaus — und jede Vertiefung im Boden wird zur Falle. Ein Kellerschacht ohne Gitter ist ein Loch im Boden: senkrechte Betonwände, dreißig bis fünfzig Zentimeter tief, glatt wie Glas. Die Kröte fällt hinein und findet keinen Halt. In einer einzigen Wandernacht können Dutzende Amphibien in einem einzigen Schacht landen.
Igel fallen am Schachtrand ab, wenn sie nachts am Haus entlang nach Schnecken suchen. Nach zwei bis drei Tagen ohne Wasser und Nahrung sind sie zu schwach zum Klettern. Spitzmäuse sterben noch schneller — ihr Stoffwechsel erfordert alle zwei Stunden Nahrung. Eine Spitzmaus im Kellerschacht stirbt innerhalb eines Tages.
Ein Blick in einen ungesicherten Lichtschacht im Oktober zeigt oft monatelang angesammelte vertrocknete Insekten, mumifizierte Amphibien und Mäuseskelette — nie entdeckt, nie gezählt.
SICHERE ALTERNATIVEN:
— Engmaschige Gitter auf alle Kellerschächte — Maschenweite maximal 1 cm. Kosten: ab 5 Euro pro Schacht. Aufwand: zwei Minuten.
— Eine raue Holzlatte oder ein Brett als Rampe schräg in den Schacht stellen — vom Boden bis über den Rand. Jedes Tier kann hinaufklettern.
— Ausstiegsleiter aus gestapelten Ziegelsteinen an der Schachtwand aufschichten
— Einmal pro Woche kontrollieren — besonders im März und April während der Amphibienwanderung und im Oktober während der Igelwanderung
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