12/07/2026
Von alten Reben und reifen Kirschen
Zart und süß – so schmecken herrlich gereifte junge Möhren, die in Schönenberg gediehen sind. Glasiert entfalten sie ihr volles Aroma, das in unserem aktuellen Menü von krossen sowie gepickelten Zwiebeln vitalisierend begleitet wird. Dazu bilden geröstete Kürbiskerne, eine duftende Sternaniscreme sowie bunte Blüten und Kräuter die schillernde Entourage.
Ähnlich brillant haben wir dazu einen neuen Wein in der Begleitung: Nördlich von Würzburg betreibt das Weingut Rudolf May biologische Weinbergsarbeit mit rund 50 Jahre alten Reben. Wo andere Winzer die kargen und steilen Lagen eher aufgeben, freut er sich über die schwierig zu bewirtschaftenden Parzellen – eben weil sie grandiose Weine hervorbringen. Der Wein wird komplett im Holz ausgebaut und liegt bis in den Sommer auf der Vollhefe im Fass. In der Nase erkennt man cremige helle Frucht, hinzu kommen grüne Olive, etwas Quitte und elegantes Holz. Die Hefe verleiht dem Wein eine cremig-dichte Struktur, die ihn sehr süffig macht und ihn prächtig zu unserer ersten Vorspeise fügt.
Roh marinierte Steckrüben, eine Orangenemulsion und Jiaogulan nehmen den Adlerfisch aus der Bretagne in Empfang, bevor solidarische Zucchini als löffelbare Schale mit Parmesanschaum und krossem Salbei Ihren Umami-Gaumen beglücken.
Für sommerliche Glücksgefühle sorgt das gegrillte Flanksteak vom Angus-Rind zum Hauptgang. Nach französischer Teilung wird es als Bavette de Flanchet bezeichnet. Es wird aus der Dünnung – dem Bauchlappen unterhalb des Rinderfilets – abgetrennt und ist ungefähr 750 bis 1.000 Gramm schwer. Mit glasierten Buschbohnen sowie gebratenen Lauchzwiebeln und einer Creme von deren Grün servieren wir es ebenfalls ganz französisch. Roter Kampot-Pfeffer sowie eine reduzierte Jus komplettieren den Hochgenuss.
Dazu gibt es einen reifen Spanier aus dem Jahr 2019: La Plazuela von Más Que Vinos aus Toledo ist mit 80 % Cencibel (Tempranillo) und 20 % Garnacha die perfekte Wahl. Er begeistert mit tiefdunkler Farbe und vereint intensive Aromen reifer schwarzer Früchte, feine Röstaromen, Tabak, Kakao und exotische Gewürze zu einem kraftvollen, eleganten Wein mit langem, samtigem Abgang. Damit kann er auch direkt den Käsegang begleiten, der sechs Sorten aus Europa mit zweierlei fruchtigen Kondimenten vereint.
Den kühlen wie süßen Abschluss machen Sauerkirschen, die Heiner Bohnets Mutter von Hand vom eigenen Baum gepflückt hat. Als Granité und Coulis begleiten die aromatischen Früchte ein Vanilleeis sowie ein Haferküchlein mit Joghurtmousse.
Lassen Sie sich verwöhnen!